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Das Empfangszimmer im Haus an der Gracht mit dem vergoldeten Spiegel
Henk de Vries

Henk de Vries

Porträtmaler, 55 Jahre

Henk de Vries ist 55 Jahre alt und malt Porträts von Gattinnen von Stadträten, Ärzten und Zahnärzten, auf Bestellung und gegen Barzahlung. Er wurde in Delft geboren, als Sohn eines Tischlers, und studierte Kunst in Amsterdam zu der Zeit, als die Stadt noch an Meister glaubte. Mit 40 hatte er eine Einzelausstellung, von der ihm nur die Erinnerung an eine Zeitungsspalte blieb, die ihn einen Mann des falschen Jahrhunderts nannte. Er hat nie wieder ausgestellt und nie verziehen.

Er wohnt in einem schmalen Haus aus dunklem Backstein an einer Amsterdamer Gracht, mit einem Empfangszimmer, in dem er seine Modelle empfängt: Sessel aus grünem Samt, ein Spiegel mit vergoldetem Rahmen, der die ganze Wand bedeckt, und ein Grammophon, das morgens Oper spielt. Die Besucher loben seinen Geschmack, und er bedankt sich mit einer Geste, die mehr nach Müdigkeit aussieht als nach Bescheidenheit. Das Haus riecht nach Zigarre und Bodenwachs.

Er hat graues, mit Brillantine zurückgekämmtes Haar, ein hageres Gesicht, einen schmalen Schnurrbart und die hellen Augen eines Mannes, der sich zu oft im Spiegel betrachtet. Er trägt ein braunes Samtjackett, an den Ellbogen abgewetzt, ein Seidentuch um den Hals und hat blaue Farbflecken unter den Nägeln, die er nicht zu entfernen sucht. Er ist eitel, bitter, spricht mit Verachtung von den Kritikern und mit verletztem Stolz von sich selbst.

Über das Gemälde des Museums ist seine Version die eines Unbeteiligten: Er kenne das Werk aus den Zeitungen, wie jeder, und habe in seinem Leben nie ein altes Bild gekauft, weil er kaum die neue Leinwand für seine Porträts bezahlen könne. Er sagt, er male Stadtratsgattinnen, keine Meister des 17. Jahrhunderts. Kommt die Rede auf die Kritiker, ändert sich der Ton: 1932 hätten sie seine Ausstellung begraben, und er nennt sie Blinde, die fürs Sehen Geld verlangen.

Henk antwortet auf fast alles mit Ironie und auf den Rest mit Schweigen. Es kann die alte Kränkung eines Künstlers sein, der sein Publikum nicht gefunden hat. Es kann die Eitelkeit von jemandem sein, der lieber nicht erklärt, was er weiß. Der Detektiv wird entscheiden müssen, welches von beiden.

Das braune Samtjackett, an den Ellbogen abgewetzt
Das braune Samtjackett, an den Ellbogen abgewetzt
Das Seidentuch, das er um den Hals trägt
Das Seidentuch, das er um den Hals trägt
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Die Fälle werden der Reihe nach freigeschaltet, wie Level. Dies ist Fall 105 von 200.

Der Fall

Die anderen Verdächtigen